Alocasia-Corms zum Austrieb bringen
Die kleinen Knollen am Wurzelballen sind Gratis-Nachwuchs – mit der richtigen Methode treiben sie zuverlässig aus.
Alocasien bilden am Wurzelstock kleine Sprossknollen, aus denen vollständige Pflanzen werden. Wichtig sind: nur feste Corms verwenden, richtig herum aufsetzen, nicht vergraben, warm und feucht halten – und Geduld über mehrere Wochen.
Was Corms sind und wo sie sitzen
Alocasien legen Energiereserven in kleinen, festen Sprossknollen an, die am Wurzelstock sitzen. Beim Umtopfen findest du sie als runde bis ovale, braun beschalte Kügelchen von wenigen Millimetern bis gut einem Zentimeter Größe. Jede einzelne kann zu einer vollständigen Pflanze heranwachsen – bei teuren Sorten ist das ein erheblicher Wert, der oft achtlos mit dem alten Substrat entsorgt wird.
Auswählen und vorbereiten
Verwende nur feste, pralle Corms. Weiche, hohle oder eingetrocknete sind tot und ziehen nur Schimmel an. Die braune äußere Schale kann vorsichtig entfernt werden; darunter zeigt sich helles, festes Gewebe. Entscheidend ist, die Ausrichtung zu erkennen: An der Spitze treibt der Spross aus, an der gegenüberliegenden Seite bilden sich Wurzeln. Bei Unsicherheit hilft die etwas spitzere Form der Triebseite.
Die zuverlässigste Methode
Setze die Corms mit der Spitze nach oben auf feuchtes Sphagnum oder Perlite und drücke sie nur leicht an – auf keinen Fall vergraben, sonst erstickt der junge Trieb. Stelle sie in eine durchsichtige Box mit hoher Luftfeuchte, halte sie warm über 22 Grad und hell, aber nicht sonnig. Die Box gelegentlich lüften, damit sich kein Schimmel bildet.
Geduld ist Pflicht
Bis sich sichtbar etwas tut, vergehen häufig mehrere Wochen. In der Regel erscheint zuerst eine Wurzel, erst danach der Trieb. Solange der Corm fest bleibt, ist alles in Ordnung – auch wenn wochenlang nichts passiert. Häufiges Umdrehen, Herausnehmen oder Kontrollieren stört den Prozess mehr, als es hilft.
Häufige Fehler
Zu nass gehalten führt zu Fäule, zu kalt zu völliger Untätigkeit, zu tief gesetzt zum Ersticken des Triebs, und falsch herum aufgelegt kostet unnötig Wochen. Wird ein Corm weich oder riecht unangenehm, entferne ihn sofort aus der Box, damit die übrigen nicht angesteckt werden.
Nach dem Austrieb
Sobald das erste kleine Blatt geöffnet ist und Wurzeln vorhanden sind, kann der Sämling vorsichtig in feines, luftiges Substrat umziehen. Auch dann gilt: langsam an geringere Luftfeuchte gewöhnen, ähnlich wie bei Pflanzen aus der Gewebekultur.
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