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Wurzelfäule erkennen und retten

5 Min Lesezeit

Matschige Stängel, faulig-süßer Geruch? So rettest du eine Pflanze mit Wurzelfäule.

Das Wichtigste in Kürze

Wurzelfäule entsteht fast immer durch zu viel Wasser bei zu wenig Luft im Substrat. Erkennbar an gelben Blättern trotz feuchter Erde, weichen Stängeln und modrigem Geruch. Retten heißt: austopfen, faules Gewebe entfernen, neu ansetzen und die Ursache abstellen.

Die Anzeichen richtig deuten

Typisch sind gelbe, schlaffe Blätter, obwohl das Substrat feucht ist – ein scheinbarer Widerspruch, der viele zum Nachgießen verleitet und alles verschlimmert. Weitere Hinweise sind eine weiche oder braun verfärbte Stängelbasis und ein modrig-süßlicher Geruch beim Austopfen. Gesunde Wurzeln sind fest und hell; faule sind braun bis schwarz, matschig, und ihre Außenhaut lässt sich abstreifen.

Sofort handeln

Bei Verdacht die Pflanze austopfen und das alte Substrat vollständig entfernen. Wurzeln unter lauwarmem Wasser abspülen, um den Zustand beurteilen zu können. Anschließend alle weichen, verfärbten Teile mit einer sauberen, scharfen Schere bis ins gesunde, feste Gewebe zurückschneiden. Lieber etwas zu viel entfernen als zu wenig – zurückbleibendes faules Gewebe setzt den Prozess fort.

Neu ansetzen

Setze die Pflanze in frisches, luftiges Substrat. Ist sehr viel Wurzelmasse verloren gegangen, ist feuchtes Sphagnum oder Perlite in einer Box mit hoher Luftfeuchte oft erfolgreicher als ein Topf, weil die geschwächte Pflanze dann weniger Wasser über die Blätter verliert. In den ersten Wochen deutlich sparsamer gießen als zuvor und nicht düngen.

Die Ursache abstellen

Wurzelfäule ist praktisch immer eine Folge von zu viel Wasser bei zu wenig Sauerstoff. Prüfe deshalb drei Dinge: War das Substrat zu dicht? Stand der Topf in einem Übertopf ohne Abfluss? Wurde nach Kalender statt nach Bedarf gegossen? Ohne diese Korrektur wiederholt sich das Problem, egal wie sorgfältig geschnitten wurde.

Wann es zu spät ist

Ist der Stängel bis in den Wachstumspunkt hinein weich und matschig, ist die Pflanze meist nicht mehr zu retten. Prüfe dann, ob weiter oben ein gesunder Abschnitt mit intaktem Node vorhanden ist – daraus lässt sich oft noch ein Steckling ziehen und die Sorte erhalten.

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